Vor allem Menschen, die unter Neurodermitis, Schuppenflechte oder Ekzemen leiden, wissen die lindernde Wirkung des Nachtkerzenöls (Oenothera Biennis) zu schätzen. Die Nachtkerze ist eine der ältesten Heilpflanzen der Indianer, wurde hier zu Lande aber erst spät bekannt.
1917 entdeckte der deutsche Wissenschaftler Unger, dass ihr Samen zu 15 Prozent aus einem reinen, goldgelben Öl besteht. Erst zwei Jahre später fand man heraus, dass die Nachtkerze eine der wenigen Pflanzen ist, die reich an mehrfach ungesättigten essenziellen Fettsäuren ist (etwa 78 Prozent Linolsäure) und die seltene Gamma-Linolensäure enthält (etwa neun Prozent).
• Das Öl der Nachtkerze verträgt sich gut mit süßem Mandelöl. Es wirkt heilend, vitalisierend und verbessert das Hautbild. Bei strapaziertem Haar ist Nachtkerzenöl auch eine wertvolle Zutat in Packungen. Wegen des hohen Preises wird es oft gemischt angeboten, beispielsweise mit Leinsamen- oder Weizenkeimöl. Das mindert die Qualität in keiner Weise, denn auch Leinsam- und Weizenkeimöl sind hochwertige Öle.
Dezember 2010
Sheabutter:
Ein Geschenk
der afrikanischen Savannen
Shea-Butter spielt aus gutem Grund
in zahlreichen kosmetischen Produkten eine wichtige Rolle.
Sheabutter hat hervorragende hautpflegende Eigenschaften. Das liegt vor allem an dem hohen Anteil an Unverseifbarem.
Dieses Unverseifbare ist ein wahres Schönheitswunder. Bei den meisten Ölen liegt sein Anteil bei einem halben bis zwei Prozent. Sheabutter bringt es auf etwa 10 Prozent. Öle und Fette mit einem hohen Anteil Unverseifbarem sind ungemein wertvoll: Sie dringen gut in die Haut ein, machen sie weich, binden Feuchtigkeit und fördern die Aufnahme anderer Wirkstoffe.
In Afrika gehört Shea-Butter schon lange zu den traditionellen Schönheitsmitteln. Shea-Butter ist vor allem bei trockener Haut, bei strapazierten Händen und zur Pflege der empfindlichen Haut im Hals- und Dekolletébereich eine Wohltat.
Der Shea-Baum wächst in den Savannen Westafrikas und trägt nussartige Früchte. Aus denen wird die Shea-Butter gewonnen.
Oktober 2010
Neue Serie:
Die junge Generation Natur- und Bio-Kosmetik
Die Traditionsmarken expandieren, erfinden und stylen sich neu und viele neue Marken drängen auf den Markt. Um nur wenige Beispiele zu nennen:
Die L´Occitane Tochter Melvita eröffnete eigene Geschäfte in der deutschen Stadt Karlsruhe, in London, Moskau und Prag.
Logona eröffnete unter dem Namen Logona & Friends einen Flagship-Store in Tokio.
Ein „Shooting-Star“ unter den neuen Marken ist die lettische Marke Madára. Sie ist u. a. in der Schweiz, in Deutschland und in Moskau präsent.
Aus den USA drängen Dr. Bronner´s, Burt´s Bees, Aveda und Origins mit zertifizierter Naturkosmetik auf den europäischen Markt.
Liebhaber von Natur- und Bio-Kosmetik stehen in nahezu jedem Land vor einem immer größer werdenden Angebot der Marken. Um Sie zu informieren, werde ich in den nächsten Monaten eine Reihe trendiger, junger, neuer, kleinerer oder neu überarbeiteter Marken vorstellen. Teil der neuen Serie sind zum Beispiel: Lush & neobio, Urtekram & Mádara, Officinea und aquabio, Origins Organics, Lilas Blanc, Snö Bioflowers, Surya und so einige mehr.
September 2010
Avocadoöl:
Ein Segen für trockene & schuppende Haut
Als Lebensmittel ist die Avocado ein nahrhafter Genuss. In südlichen Ländern weiß man das köstliche Fruchtfleisch besonders zu schätzen. Zu Mus verarbeitet ist es z. B. ein leckerer Dip, ein Brotaufstrich oder verfeinert als Füllung Tortillas. Gewürzt und verfeinert wird das zerdrückte Avocadofleisch ganz nach Gusto: mit Salz, Pfeffer, Tomaten, Chilis, Knoblauch, Zwiebel und vielem mehr. Damit sich die Avocadocreme nicht bräunlich verfärbt, wird sie mit Zitronen- oder Limettensaft abgerundet.
Die bis zu 25% Fett, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente machen die Avocadofrucht auch zu einem erstklassigen Schönheitsmittel. Das aus dem Fruchtfleisch gewonnene Öl hat eine Fülle bester Eigenschaften. Eine regelrechte Schönheitskur ist es bei trockener und empfindlicher Haut.
Avocadoöl wirkt Schuppungen und Verhornungen entgegen, beschleunigt die Wundheilung und ist von idealer kosmetischer Qualität. Es verteilt sich gut auf der Haut und zieht sehr gut ein.
Juli 2010 Ein Juli-Highlight: Die Lotusblüte In unseren Breitengraden ist der sagenumwobene Lotus ein wenig kapriziös. Das ist nur zu verständlich, denn in seinen heimischen Gefilden – Indien, Südchina, Südostasien – wird er von der Sonne verwöhnt. Bei uns dagegen ist er sonnenmäßig häufig „auf Entzug“. Und das bekommt ihm gar nicht gut. Trotzdem muss niemand um den halben Globus reisen, um die herrlichen Lotusblüten zu bewundern. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausflug in einen Botanischen Garten. Dort könnte Lotus zwischen Mitte Juli und Mitte August in voller Blüte stehen – wenn die Sonne mitspielt.
Buddhisten ist Lotus heilig. Er verkörpert die vollkommene Harmonie zwischen Yin und Yang, denn Lotus entspringt dem Wasser (Yin) und strebt zum Himmel (Yang). Er symbolisiert die Unsterblichkeit, das Heitere, den ewigen Wandel, den Sieg des Guten über das Böse. So erzählt eine Legende, dass alle Pfeile, die feindliche Horden abschossen, um Buddha zu töten, in einem Teich zu Lotuspflanzen wurden.
In der asiatischen Naturheilkunde hat der Einsatz von Lotus eine lange Tradition. Wurzelstock, Blätter und Früchte werden aber auch als Nahrungsmittel genutzt. Als Delikatesse gilt zum Beispiel Seetangsuppe mit Klößchen aus gemahlenem Wurzelstock.
Nelumbo Nucifera Flower Extract ist der INCI-Begriff für Lotusblütenextrakt aus indischem Lotus. Er hat zum Beispiel beste adstringierende Eigenschaften und verfeinert dadurch das Hautbild.
Aloe Vera: Der ideale Bodyguard für die Haut
Für die Haut ist Aloe Vera eine regelrechte Wunderwaffe – als Feuchtigkeitsspender und als Anti-Aging-„Medizin“. Die Pflanze mit dem kaktusähnlichen Aussehen gehört zur Familie der Liliengewächse. Ihre Blätter sind dick, fleischig und sie speichern viel Wasser. Aloe-Vera-Gel wird aus dem Mark der Blätter gewonnen.
In der Naturheilkunde gehört Aloe Vera zu den traditionsreichen und lang erprobten Heilmitteln. Ihre vielen Inhaltsstoffe decken nahezu lückenlos den gesamten Nährstoffbedarf des Menschen. Dieses unglaubliche Wirkstoffpotential wird medizinisch für Produkte zur äußeren und zur innerlichen Anwendung genutzt.
Äußerlich angewendet lindert das Mark aus Aloe-Vera-Blättern zum Beispiel Schwellungen, Risswunden, Sonnenbrand oder die Folgen von Insektenstichen. Sportler setzen es bei Verstauchung oder Zerrungen ein. Innerlich angewendet ist hochwertiger Aloe-Vera-Saft ein ideales Nahrungsergänzungsmittel und spendet reichlich Energie.
Dass Aloe Vera als effektiver Feuchtigkeitsspender einen großen Beitrag zur Geschmeidigkeit und Straffheit der Haut (und als Haarpflegemittel) leisten kann, ist seit langem bekannt. Inzwischen weiß man noch mehr: Aloe Vera ist ein top Bodyguard zum Schutz der Haut vor vorzeitigen Alterungsprozessen.
Vorzeitige Alterungsprozesse werden in hohem Maße durch sogenannte Freie Radikale bewirkt. Freie Radikale unschädlich zu machen, gelingt mit Antioxidantien. Da Aloe Vera reich an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen und Vitaminen mit antioxidativer Wirkung ist, ist sie ein wirkungsstarkes Mittel, um freie Radikale abzufangen und zu neutralisieren. Dadurch leistet Aloe Vera einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Jungerhaltung der Haut.
Es kommt auf die Qualität des eingesetzten Aloe Vera an
Aloe Vera Gel passt in die Wasserphase – und damit in fast jedes kosmetische Produkt, von der Gesichtscreme bis zum Shampoo. Was setzt ein Hersteller ein?
Bei Verwendung eines Aloe-Vera-Pulvers kann mit viel Wasser gearbeitet werden. Das heißt: Man kommt auf sehr billige Weise zu einem Inhaltsstoff, den man groß ausloben kann.
Von bester Qualität ist Aloe-Vera-Gel aus den Blättern der Aloe-Vera-Pflanze, das umgehend nach der Ernte stabilisiert wird, um die Wirkstoffe zu erhalten.
Für Aloe-Vera-Säfte gilt in besonderem Maße: Ein guter Aloe-Vera-Saft kann nicht billig sein. Ist er es, handelt es sich in der Regel um eine minderwertige Qualität.
Auch bei Billig-Kosmetik mit Aloe Vera ist Vorsicht geboten. In der Regel wird darin kein hochwertiges Aloe-Vera-Gel eingesetzt.
Mai 2010 Ideal bei trockener und reifer Haut:
Wildrosenöl & Goji-Beeren-Extrakt
Welche Naturzutaten und Wirkstoffe sind besonders wertvoll? Beginnen möchte ich diese neue Serie mit Wildrosenöl und Goji-Beerenextrakt.
Wildrosenöl (Rosa Canina Fruit Oil)
Im Vergleich mit manch’ anderer Rose ist die Wildrose, auch Heckenrose genannt, von bescheidener Schönheit. Dafür ist es um ihre inneren Werte umso besser bestellt. Als Wildrose werden alle Arten bezeichnet, die sich ohne Einfluss des Menschen entwickelt haben. Weltweit gibt es etwa 200 Arten.
Die INCI-Bezeichnung Rosa Canina Fruit Oil verweist zum Beispiel auf Wildrosenöl aus einer europäischen Wildrosenart. Kosmetik-Rohstoffe aus der Wildrose können auch die INCI-Bezeichnungen Rosa Mosqueta oder Rose Rubiginosa tragen.
Als Bachblüte wird die Wildrose eingesetzt, um Lebensfreude und Lebensmut zu aktivieren, sich aus festgefahrenen Situationen zu befreien und wieder aktiv am Leben teilzunehmen.
Die Früchte der Wildrose – die Hagebutten – sind als Tees oder als Marmelde Gesundheit pur. Hagebutten sind ungemein reich an Vitamin C, machen Frühjahrsmüdigkeit den Garaus und stärken das Immunsystem.
Zum Beauty-Elexier macht Wildrosenöl der hohe Anteil ungesättigter Fettsäuren und vor allem der außergewöhnliche Reichtum an Alpha-Linolensäure. Einen vergleichbar hohen Wert weist ansonsten nur das äußerst kostbare Sanddornöl auf.
Wie kaum ein anderes Öl unterstützt Wildrosenöl die Regeneration der Haut, trägt zur Stimulation der Collagenproduktion bei und verbessert dadurch die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. Da sich Wildrosenöl auch positiv auf die Zellerneuerung auswirkt, ist es ein ideales Öl für trockene, reife und entzündliche Haut.
Goji-Beeren-Extrakt (Lycium Barbarum Fruit Extract)
So mancher neue Kosmetik-Rohstoff wird vor allem wegen des Werbe-Effekts eingesetzt. Bei der Goji-Beere ist das anders: Goji-Beeren-Extrakt ist ein echte Bereicherung. Neu ist die Goji-Beere auch nur in europäischen Gefilden.
In China stehen Goji-Beeren schon lange auf dem Speiseplan und sie spielen in der Naturheilkunde eine wichtige Rolle. Mit Hilfe der modernen Wissenschaft hat man sogar handfeste Beweise für die medizinische Wirksamkeit der süß schmeckenden Beeren gefunden.
Von China und Tibet aus hat der sommergrüne Goji-Strauch die Welt erobert. Hierzulande ist er unter dem Namen Bocksdorn bekannt.
Ihr Gehalt an Vitaminen (Vitamin C, Vitamin A, Vitamine B1 und B2) und ihr Mineralstoffreichtum machen Goji-Beeren zu einer gesundheitlich wertvollen Frucht und zu einm effektiven kosmetischen Wirkstoff – vor allem zum Schutz der Haut vor vorzeitigen Alterungsprozessen.
Mai 2010 Greenwashing: Der große Bluff
Verbraucher wünschen sich auf allen Gebieten, auch bei Kosmetik, eine deutlich grünerer, umweltschonendere Zukunft. Leider werden die Weichen bei der Industrie noch längst nicht im notwendigen Maße in Richtung grüne Zukunft gestellt. Aber man kann ja schon mal so tun als ob: per Greenwashing. Lacht einem von einer Packung Haarfärbemittel fruchtig-frische Aloe Vera entgegegen, erscheint der Inhalt gleich in anderem Licht: Die natürliche Anmutung überlagert die möglicherweise geballte Ladung Haarfärbe-Chemie.
Sich herauspicken, was als positiv empfunden wird und damit vom tatsächlichen Charakter eines Produkts oder Unternehmens abzulenken, gelingt nicht nur mit Hilfe von Bildern. Bei Kosmetik erwecken auch verbale Hinweise wie „mineralisch“, „pflanzlich“ oder „organisch“ den Eindruck, es handle sich um besonders natürliche Produkte.
Verbrauchern mit raffinierten Mitteln Sand in die Augen streuen
Mit welchen Mitteln Verbrauchern eine nicht vorhandene Naturqualität von Kosmetika vorgegaukelt wird, hat die Verbraucherzentrale Hamburg im Dezember 2009 anhand einer schwarzen Liste deutlich gemacht. Sie zeigt, mit welchen Verlockungen gearbeitet wird: Zum Beispiel:
mit einem Bio oder dem Wort Natur im Namen – obwohl keine Anforderungen an Natur- oder Biokosmetik erfüllt werden.
mit großflächige Abbildungen oder Bezeichnungen, die auf Natur- oder Biokosmetik schließen lassen – obwohl keine Anforderungen an Naturkosmetik erfüllt werden.
mit übertriebenen Hinweisen auf natürliche Bestandteile – obwohl nur wenig Natürliches in dem Produkt enthalten ist.
April 2010 Körperfett kann auch gesund sein... Nach Meinung britischer Wissenschaftler ist ein dickes Hinterteil gut für die Gesundheit. Warum das so ist, steht in einer neuen Studie, die im International Journal of Obesity erschienen ist. Nach dieser Studie kommt es beim Fett auf die Verteilung an: Fett an Po und Hüfte kann nach den Untersuchungen der britischen Wissenschaftler der Universität Oxford sogar vor Krankheiten wie vor Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Bauchfett ist aber leider ganz, ganz schlecht, denn Bauchfett kann schädliche Fettsäuren abgeben und Moleküle namens Zytokin in den Körper schicken, die Entzündungen hervorrufen können.
Dass die Verteilung des Körperfetts eine Rolle für die Gesundheit spielt, ist schon länger bekannt. Dass Fett auch gesundheitsförderlich ist – diese Erkenntnis ist neu. Es ist aber eine recht theoretische Erkenntnis, denn leider ist es in der Praxis kaum möglich, Fett an Beinen und Hüften anzusammeln – ohne dass sich das Fett auch am Bauch festsetzt. Da dieses Bauchfett gesundheitsbelastend ist, führt weiterhin kein Weg daran vorbei, es mit viel Disziplin wegzutrainieren.