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  Kosmetika: Die aktuellen Themen  
   
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September 2010

Yves Rocher: pureCalendula

„pureCalendula“ heißt diese Tages- und Nachtcreme von Yves Rocher. Dass eine Creme nach einem Inhaltsstoff benannt wird, der nur in einer winzigen Menge im Produkt vorkommt, ist keine Seltenheit. Yves Rocher geht aber noch einen Schritt weiter und nennt sein Produkt „pure Calendula“. Auch von der Optik her ist es total auf Natur getrimmt. Was steckt tatsächlich in dieser Creme? Reichlich synthetische Chemie! Außerdem: ein paar Worte zur – für mich wenig überzeugenden – Öko-Kampagne von Yves Rocher.

 

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  Yves Rocher: pureCalendula
 
 
Yves Rocher: pureCalendula Spacer
   
  INCI
keine Wertung Aqua
1 - sehr gut Glycerin
2 - gut Ethylhexyl Cocoate
2 - gut Propylene Glycol
3 - befriedigend Butylene Glycol
1 - sehr gut Cetyl Alcohol
1 - sehr gut Helianthus Annuus Seed Oil
1 - sehr gut Glycine Soja Oil
1 - sehr gut Cocos Nucifera Oil
1 - sehr gut Brassica Campestris Seed Oil
5 - mangelhaft PEG-100 Stearate
1 - sehr gut Sesamum Indicum Seed Oil
1 - sehr gut Myristyl Myristate
3 - befriedigend Dimethicone
  Umweltnote 66
1 - sehr gut Stearic Acid
1 - sehr gut Vitis Vinfera Seed Oil
1 - sehr gut Hamamelis Virginiana Water
1 - sehr gut Glyceryl Searate SE
1 - sehr gut Lecithin
1 - sehr gut Mangiferin
1 - sehr gut Glyceryl Stearate
1 - sehr gut Calendula Officinalis Flower Extract
keine Wertung Parfum
3 - befriedigend Methylparaben, C
1 - sehr gut Xanthan Gum
1 - sehr gut Tocopheryl Acetate
1 - sehr gut Sorbic Acid, C
1 - sehr gut Allantoin
3 - befriedigend Arylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer
  Umweltnote 66
3 - befriedigend Ethylparaben, C
3 - befriedigend Propylparaben, C
5 - mangelhaft BHT
1 - sehr gut Alcohol
  Sodium Hydroxide
5 - mangelhaft Tetrasodium EDTA
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6 Grundlage/Wirkstoffe
Eine gut durchfeuchtete Haut ist eine straffere Haut als eine schlecht durchfeuchtete trockene Haut. Darum enthalten Cremes Inhaltsstoffe zur Verbesserung des Feuchtigkeitsstatus der Haut.
• Bei dieser Creme werden der Feuchtigkeitsspender Glycerin sowie die beiden synthetischen Befeuchtungsmittel Pentylene Glycol und Butylene Glycol eingesetzt. Zwei der 4 Hauptzutaten (Wasser, Glycerin, Pentylene Glycol und Butylene Glycol) sind also schon mal synthetische Chemie.
• Zum großen Anteil synthetischer Chemie gehören bei dieser Creme auch umweltbelastende Zutaten wie das Silikonöl, ein Filmbildner und das EDTA (siehe Kasten). Ein Emulgator ist ein ethoxilierter Inhaltsstoff (harte Chemie).
• Die Hauptölzutat ist ein Esteröl auf der Basis von Kokosöl. Dazu kommen kleinere Anteile echter pflanzlicher Basisöle wie Sonnenblumen- und Sojaöl. Klassische hochwertige kosmetische Basisöle wie Jojobaöl, Mandel- oder Olivenöl sind keine enthalten.
• Die Bestandteile pflanzlichen Ursprungs, darunter Sesamöl, Rapsöl und Traubenkernöl, werden auf der Verpackung ausgelobt. Das täuscht geschickt darüber hinweg, dass der Löwenanteil der Creme – ihre Basiszubereitung – kaum hochwertige pflanzliche Zutaten enthält.
• Der Calendulaextrakt, der für die Produktbezeichnung „pureCalendula“ herhalten muss, steht erst an 22. Stelle der Inci-Liste. Vor Parfum und vor dem ersten Konservierungsmittel (Methylparaben). Diese Mini-Menge macht die Creme wahrlich nicht zu einem Naturprodukt, wie es der Produktname und die Optik der Verpackung suggerieren.

66 Hilfsstoffe
Außer EDTA wird an problematischen Hilfsstoffen auch BHT eingesetzt (siehe Kästen unten).

6 Konservierung
An Konservierungsmitteln sind enthalten: 3 Parabene und Sorbinsäure.

 
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Zur Öko-Kampagne von Yves Rocher: Wenig überzeugend

Werbemäßig lautstark trommeln – das kann das Marketing von Yves Rocher richtig gut. Und so wird viel Wind gemacht um den Schutz von Bäumen, die recycelbare Kartonverpackung der Creme „pureCalendula“ und um das Holz, das aus nachhaltig bewirtschaftetem Wald bezogen wird.

  • Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich begrüße jedes Engagement zum Schutz der Umwelt. Aber: Schauen wir doch einmal auf Produkte von Yves Rocher. Kosmetik von Yves Rocher wird Jahr für Jahr millionenfach verkauft.
  • Wieviel umweltbelastende Silikonöle werden in Yves-Rocher-Produkten eingesetzt?
  • Wieviel extrem umweltbelastendes EDTA?
  • Wieviel umweltbelastende Filmbildner? Um nur 3 Beispiele für umweltbelastende Rohstoffe zu nennen.
  • Es wäre viel gewonnen, wenn Yves Rocher darauf verzichten würde, Tag für Tag Cremes und andere Produkte mit Inhaltsstoffen herzustellen, die eine große Belastung für die Umwelt und damit auch für uns Menschen, die wir in und mit dieser Welt leben, darstellen.
  • Andere sind da sehr viel weiter. Bei zertifizierter Naturkosmetik (z. B. mit den Labels BDIH, NaTrue, Ecocert, Nature & Proges) ist der Schutz der Umwelt – das gilt für die Inhaltsstoffe wie für die Verpackungen – ein wesentlicher Bestandteil der Richtlinien zur Zertifizierung kosmetischer Produkte.

EDTA: Sollte längst aus Kosmetik verschwunden sein 


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BHT und BHA: Im Tierversuch Veränderungen am Immunsystem
 
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EDTA (Ethylene-Diamino-Tetra-Acetate) war und ist immer noch sehr beliebt, weil es ein guter Komplexbildner ist. Doch EDTA wie auch der Ersatzstoff Editronic Acid reichern sich an und sind sehr schlecht abbaubar. Der Grund: Die Wechselwirkungen von EDTA mit Schwermetallen, Härtebildnern oder Mikronährstoffen. Da EDTA in Kläranlagen nicht abgebaut wird, gelangt es – zusammen mit den Schwermetallen, die es bindet – in die Gewässer. Da EDTA bereits bereits im Abwasser (Kläranlage) als Schwermetallkomplex vorhanden ist, findet auch im freien Gewässer kein Abbau statt.

  • EDTA-Eisen-Komplexe können jedoch bei Lichteinwirkung im Oberflächengewässer abgebaut werden. Dieser Abbau führt zu Abbauprodukten, die nicht bekannte und möglicherweise beträchtliche Umweltrisiken darstellen.
  • EDTA kann ins Trinkwasser gelangen, da es auch durch Aktivkohlefilter nicht aufzuhalten ist. Wie problematisch Trinkwasser, das mit EDTA-Schwermetallkomplexen belastet ist, für den Menschen ist, ist ebenso wenig untersucht wie zahlreiche andere Folgen von Umweltbelastungen.

 

Dass EDTA noch immer eingesetzt wird, ist ein Skandal, denn es wäre ohne weiteres zu ersetzten. Die deutsche Kosmetikindustrie hat schon vor Jahren zugesichert, auf EDTA zu verzichten. Geschehen ist so wenig, dass selbst der Industrieverband seine Mitglieder dringlichst auffordert, den Zusagen Taten folgen zu lassen.


   
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