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  Kosmetika: Die aktuellen Themen  
   
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Die neue Avène-Reinigungsmilch:
Viel werblicher Wind – und viel Paraffinöl

Die Begleitmusik zur neuen Avène Lait nettoyant Tolérance extrême besteht aus Paukenschlägen. „Exclusivité mondiale“ (weltweit einzigartig) ist in großen Lettern zu lesen. Gemeint ist damit D.E.F.I. – die Tube, in der die Milch angeboten wird. Dank dieser Verpackung, heißt es, komme man ohne Konservierungsmittel aus.

  • Nun hat also auch Avène realisiert, was so mancher Naturkosmetikhersteller schon seit Jahrzehnten weiß und praktiziert: Dass es eines konservierenden Systems bedarf – von den Rohstoffen über die Herstellung bis zur Verpackung – um mit möglichst wenig Konservierung oder ganz ohne synthetische Konservierungsmittel auszukommen.

Und was steckt in der neuen Avène-Tube?
Das Produkt enthält kein Parfum, heißt es, und keine Tenside.

zu 0% Tenside: Eigentlich werden für eine Reinigungsmilch Emulgatoren benötigt. 0% Emulgatoren auf das Produkt zu schreiben, wäre jedoch unzutreffend gewesen, denn das Produkt enthält einen Rohstoff mit emulgierender Wirkung. Sind Tenside oder Emulgatoren generell bedenklich?

  • Wenn man die Rohstoffe einsetzt, die in der zweiten Avène-Reinigungsmilch eingesetzt werden, sind sie in der Tat abzulehnen. PEG-Rohstoffe entstehen durch harte Chemie und können die Haut durchlässiger machen für Schadstoffe. Das bestätigt indirekt auch die Avène-Werbung für das neue Produkt. Wären z. B. PEG-Emulgatoren, wie sie in der Avène Lait démaquillant douceur eingesetzt werden, völlig unbedenklich, warum sollten sie dann nicht in der Avène Lait nettoyant Tolérance extrême eingesetzt werden?
  • Für zertifizierte Natur- und Bio-Kosmetik (z. B. nach Ecocert/Cosmebio, BDIH, NaTrue) sind solche Rohstoffe nicht erlaubt.

zu 0% Parfum: Was in der Avène Lait démaquillant douceur für sensible Haut anscheinend kein Problem ist – die eingesetzte Parfumierung – ist offensichtlich doch ein Problem. Zumindest für peaux hypersensibles et allergique. Haben nicht viele Frauen mit sehr empfindlicher Haut zu einem Produkt für peaux sensibles gegriffen – in der Hoffnung, es enthalte keine möglicherweise problematischen Duftstoffe?
Empfohlen wird die Reinigungsmilch Tolérance extrême bei „totale intolérance aux cosmétiques classiques“. Wie kommt es zu so einer totalen Intoleranz? Könnte es etwas mit den Formulierungen der „cosmetiques classiques“ zu tun haben?

„Douceur, peaux sensible“: Von solchen Versprechen ist anscheinend wenig zu halten

All’ die Inhaltsstoffe, die bei der neuen Avène Lait nettoyant Tolérance extreme abgelehnt werden (wie Tenside/Emulgatoren), Konservierungsmittel, Parfum stecken in der 2. hier vorgestellten Avène-Reinigungsmilch. Trotzdem wird sie mit dem Hinweis douceur, peaux sensibles versehen.

Viel Geld – für reichlich Paraffinöl

Bei der neuen Avène Lait nettoyant Tolérance extrême wird werblich besonders viel Wert auf das gelegt, was nicht drin ist. Und das aus gutem Grund.

  • Ein Hinweis wie „bei diesem Produkt handelt es sich um eine Milch mit reichlich Paraffinöl“ wäre wenig werbewirksam (siehe Produktanalyse unten). Paraffinöle gehören zu den billigsten Kosmetik-Ölen überhaupt. Und sie sind nicht unproblematisch (siehe Kasten unten).
  • Wer die Preise vergleicht, stellt fest: Die neue Avène Lait nettoyant Tolérance extrême ist mehr als 5x so teuer wie die Avène Lait démaquillant douceur. Warum? Sie besteht (außer Wasser) nur aus Glycerin, Paraffin- und Silikonöl plus zwei Hilfsstoffen. Um nur zwei Beispiele für Preise zu nennen: Während 1 kg Mandelöl in Bio-Qualität etwa 20,00 € kostet, kostet 1 kg Paraffinöl etwa 1,00 €.

 

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Avène: Lait nettoyant Tolérance extrême (Reizlindernde Reinigungmilch)
50 ml 13,50 € - 10 ml 2,70 €

 
 
Avene Spacer
 
INCI
6 Avène Aqua
6 Glycerin
6 Paraffinum Liquidum
  Hautpflegenote 66
6 Cyclomethicone
  Umweltnote 66
6 Glyceryl Stearate
6 Sodium Carbomer
  Umweltnote 66
   
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6 Grundlage/Wirkstoffe

Glycerin, Paraffinöl, ein Silikonöl, Glyceryl Stearate als emulgierender Rohstoff und die Acrylsäure Carbomer als Hilfsstoff (Stabilisator, Gelbildner) – das war’s. Dass das Feuchthaltemittel Glycerin eine Hauptrolle spielt, könnte auch mit dem Thema Konservierung zusammenhängen (siehe Konservierung). Beide Öl-Zutaten sind synthetische Chemie.

 


Konservierung

Ob und wie ein Produkt konserviert werden muss, hängt unter anderem von der Auswahl der Rohstoffe ab. Glycerin hat auch eine konservierende Wirkung und ein Öl wie Paraffinöl ist weitaus „toter“ und robuster als echte Pflanzenöle. Spielen Glycerin und Paraffinöl in einem Produkte eine Hauptrolle, stellt sich die Konservierungsfrage anders als bei einem Produkt mit anderen Rohstoffen. Würde die als weltweit einzigartig gepriesene Tube auch eine Reinigungsmilch mit besten Naturzutaten wie Pflanzenölen und Pflanzenextrakten schützen? Wenn ja, warum dann billige Kosmetikchemie wie Paraffinöl?

 


 
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Avène: Lait démaquillant douceur (Milde Reinigungsmilch)
200 ml 10,50 € - 10 ml 0,52 €

 
 
Avene Spacer
 
INCI
6 Avène Aqua
6 Paraffinum Liquidum
  Hautpflegenote 66
2 Propylene Glycol
5 PEG-6 Stearate
5 PEG-32 Stearate
6 Butylparaben
6 Carbomer
  Umweltnote 66
6 Parfum
4 Phenoxyethanol
2 Propylene Glycol Stearate SE
6 Sodium Hyaluronate
6 Stearic Acid
5 Triethanolamine
5 Trisodium EDTA
  Umweltnote 66
   
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6 Grundlage/Wirkstoffe

Dieses Produkt wird mit dem Hinweis „douceur, peaux sensibles“ angeboten – und es enthält doch all’ die Kosmetik-Chemie, die im Gros der konventionellen Kosmetikprodukte eingesetzt wird. Darunter ist sogar Triethanolamine, eine Puffersubstanz, die gefährliche (krebserregende) Nitrosamine bilden kann. Das Hauptöl ist ein Paraffinöl. Dazu kommen Rohstoffe wie synthetische Befeuchtungsmittel, 2 ethoxilierte (PEG-) Emulgatoren, die Acrylsäure Carbomer als Hilfsmittel, 2 konservierende Mittel und das sehr umweltbelastende EDTA. Uneingeschränkt positiv zu bewerten ist nur die Feuchtigkeit spendende Hyaluronsäure.

 


6 Konservierung

Die Konservierungsmittel sind ein Paraben (Butyparaben) und Phenoxyethanol.

 


 
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Eine Gefahrenquelle: Mineralöle

Das Gefahrenpotential mineralischer Kohlenwasserstoffe (Mineralöle und -wachse) wird schon lange diskutiert. Und es wurde über Jahre in Tierversuchen untersucht. Das Ergebnis: Mineralöle und -wachse mit einer niedrigen Viskosität und einer kurzer Kettenlänge können eine gefährliche akkumulative Wirkungen haben.

  • Kurz- und Langzeitstudien an Ratten haben gezeigt, dass sich bei oraler Verabreichung bestimmter mineralischer Kohlenwasserstofföle und -wachse (mit niedriger Viskosität und kurzer Kettenlänge) gefährliche akkumulative Wirkungen zeigen. Das heißt, in die Praxis übersetzt: Lippenstifte mit solchen Inhaltsstoffen, die ja zu einem Gutteil im Magen der Benutzerin landen, sind eine Gefahrenquelle.

Zu erkennen sind mineralische Kohlenwasserstoffe an den INCI-Bezeichnungen
• Paraffinum Liquidum • Petrolatum • Cera Microcristallina • Ozokerite • Ceresin • Paraffin.

Nach der Gefahrenstoffrichtlinie 67/548/EWG wurde Petrolatum als krebserzeugend (Kategorie 2) eingestuft Die Einstufung als krebserzeugend gilt jedoch nicht zwingend, wenn der gesamte Raffinationsprozess bekannt ist und der Nachweis erbracht werden kann, dass der Ausgangsstoff nicht krebserregend ist.

  • Als Konsequenz aus den Daten zu mineralischen Kohlenwasserstoffen wurde entschieden: In Lippen- und Mundpflegeprodukten sollen nur noch solche mineralischen Kohlenwasserstoffe eingesetzt werden, für die ein ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) festgelegt worden ist. Reicht das?
  • Produkte wie eine Reinigungsmilch sind Produkte, die abgewaschen werden und haben darum einen anderen Charakter als Lippenstifte, die zu einem Gutteil im Magen landen. Dennoch: Warum sollten Verbraucher überhaupt mineralische Kohlenwasserstoffe akzeptieren? Solche Kosmetikzutaten gehören zu den billigsten Zutaten und könnten ohne weiteres durch hochwertigere und unproblematische andere Zutaten ersetzt werden.

 

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