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  Kosmetika: Die aktuellen Themen  
 
April 2012
März 2012
 
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Anti-Aging-Produkte: Mythos und Wirklichkeit

Anti-Aging-Produkte haben sich zu einem Kassenschlager entwickelt. Zur Freude der Hersteller. Wer auf die Preise schaut, wird feststellen, dass sie in der Regel deutlich teurer sind als normale Produkte. Weil sie so viel besser sind, vielleicht sogar kleine Wunder vollbringen? Wer sich ein realistisches Bild von der möglichen Wirksamkeit machen will, muss sich zunächst einmal mit den Alterungsprozessen der Haut befassen.

Die Hautalterung: Ein komplexer biologischer Prozess

Jeder Mensch altert, und mit ihm seine Haut. Das ist eine Binsenweisheit. Doch jeder altert auf seine Weise. Kein Alterungsprozess gleicht dem anderen. Alterungsprozesse haben mehrere Ursachen, und wir können selber viel dafür tun, um länger jünger auszusehen. Die wichtigsten Ursachen für die Hautalterung sind: die Gene, die Lebensweise und die Sonne.

© Balin - Fotolia.comDie Gene: Von eineiigen Zwillingen einmal abgesehen, ist jeder Gen-Cocktail eines Menschen ein individueller Mix und unterscheidet sich von dem eines anderen. Welche Gene für die Alterungsprozesse relevant sind, weiß die Wissenschaft noch immer nicht genau. Es wird mit Gen-Chips (human aging chips) gearbeitet, aber niemand vermag zu sagen, ob nicht weitere und andere Gene von zentraler Bedeutung für die Hautalterung sind. Die moderne Genforschung ist interessant, für unsere Lebenswirklichkeit aber nach wie vor irrelevant. Relevant ist allein das persönliche genetische Erbe. Was dieses Erbe angeht, hat mancher mehr Glück als andere. Wer gute Altersgene mitbekommen hat, kann sich freuen. Sie sind zumindest eine gewisse Voraussetzung dafür, länger jünger auszusehen.
Die Lebensweise: Auf unsere Gene haben wir keinen Einfluss, wohl aber darauf, wie wir mit uns selber umgehen. Wie generell beim Thema Gesundheit und Krankheit spielt die gesunde Lebensweise auch beim Thema Hautalterung eine Schlüsselrolle.
Die Sonne: Was die Hautalterung angeht, ist sie einer der größten Übeltäter. Nichts macht so schnell alt wie zuviel Sonne.

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Vieles ist noch gar nicht erforscht

Heerscharen von Biologen, Physikern, Medizinern und Chemikern sind damit beschäftigt, den Geheimnissen der älter werdenden Haut auf die Spur zu kommen. Was bei zunehmendem Alter in und mit der Haut geschieht, hat zum Beispiel das EU-Forschungsprojekt „Cellage“ auf der Grundlage biochemischer Prozesse untersucht. Die wichtigsten Erkenntnisse sind: 1. Die Oxidationsprozesse in den Zellen nehmen zu. 2. Die Enzym-Aktivitäten der Zellen verändern sich. 3. Es gibt typische Marker für alternde Zellen. 4. Es kommt zu einer weitreichenden DNA-Zerstörung in den Zellen. Das klingt nach sehr viel Wissen, aber auf zentrale Fragen nach dem „Wie“ und dem „Warum“ gibt es nach wie vor kaum Antworten. Solche Fragen sind zum Beispiel: Welche Faktoren sind für welche Entwicklung verantwortlich? Welche Regulatoren regeln was und wie? Wie greifen die vielschichtigen Prozesse ineinander? Worauf wirken sich die hormonellen Veränderungen während der Menopause aus und wie wirken sie sich aus? Von einer Entschlüsselung der komplexen Zusammenhänge ist die Wissenschaft noch weit entfernt.

 

 

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Zum Nulltarif jünger und besser aussehen

Gutes Aussehen ist in der Tat nicht allein eine Frage des Geburtsdatums. Etwa 40%, sagt mancher Experte, geht bei der Hautalterung auf das Konto „Umweltaltern“. Damit ist die vorzeitige Hautalterung gemeint – bedingt durch äußere Einflüsse, die eigene Lebensweise und die Einstellung zum Leben. Was amerikanische Studien belegen, weiß fast jeder aus eigener Erfahrung: Wer traurig oder niedergeschlagen ist, sieht entsprechend fad und müde aus. Seelische Belastungen hinterlassen ebenso ihre Spuren wie Überarbeitung, Krankheiten, das Rauchen oder zuviel Alkohol. Was hält die Haut fit und jung?

• Sich ausreichend bewegen und viel frische Luft tanken hält jung. Das kurbelt die Vitalfunktionen der Haut intensiver an als es stimulierende Kosmetikinhaltsstoffe leisten können.
• Viel Wasser trinken hält jung und schön.
• Besser als Vitamine, die von außen aufgebracht werden, wirken Vitamine aus Orangen, Kiwis, Äpfel und anderem Obst. Darin steckt deutlich mehr Hautschutz-Power als in dem Klacks Creme, der auf die Haut aufgebracht wird.
• Wer seine Haut ständig bräunt, in der Natur oder im Solarium, beschleunigt den Alterungsprozess im Turbotempo. Ganz wichtig: Rechtzeitig vorbeugen! Die Haut vergißt nichts. Sonnenbäder und Sonnenbrände in jungen Jahren zeigen nicht sofort, sondern erst später, jenseits der 40, ihre alt machende Wirkung (mehr Altersflecken und Falten).

Fazit: Das beste Mittel gegen vorzeitiges Altern ist ein aktives, gesundes, selbstbestimmtes Leben. Kosmetika leisten einen Beitrag zum guten Aussehen, aber sie können nur zu einem geringen Teil ausbügeln, was eine hautbelastende Lebensweise anrichtet. Und Angst vor dem Altern, haben Psychologen herausgefunden, verhindert sogar, dass Kosmetika gut wirken. Weil die Angst auf lange Sicht tiefere Altersspuren hinterläßt als Kosmetika gut machen können.

 
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Was Anti-Aging-Produkte leisten

Die Tatsache, dass es Anti-Aging-Produkte gibt, könnte zu der Annahme verleiten, sie seien völlig anders als „normale“ Kosmetika. Das ist ein Trugschluss. Die Trennungslinie zwischen Hautpflegeprodukten ist geringer als gemeinhin angenommen.

© stryjek - Fotolia.com• Anti-Aging- oder Anti-Falten-Produkte arbeiten im Wesentlichen mit den gleichen Mittel wie jede andere Creme. Und sind entsprechend zu beurteilen. Das heißt: Es kommt nicht allein auf einzelne Wirkstoffe an, sondern vor allem auf die Qualität der Grundlagenzutaten und die Qualität der Gesamtkomposition.
• Im Prinzip könnte auf jeder guten kosmetischen Creme das Etikett „Anti-Aging“ oder „Anti-Falten“ kleben, denn es leistet, was Kosmetik leisten sollte und leisten kann: Es glättet, strafft und minimiert dadurch Fältchen.
»Tag für Tag werden die Konturen gestrafft, Falten und Fältchen sind geglättet. Das Gesicht wirkt ebenmäßiger.« So oder so ähnlich lesen sich sogar Wirkbeschreibungen zu extrem teuren Produkten. Das ist eine Beschreibung, die auf fast jede Creme zutreffen könnte! Das Fachwissen, eine Rezeptur so zu gestalten, dass die Haut gut mit Wasser und Fett unterpolstert und die Faltentiefe verringert wird, gehört zum kleinen Abc eines kompetenten Herstellers von Kosmetika.
• Bei den Wirkstoffen hat der Verbraucher kaum mehr eine Chance, Aussagen vernünftig zu bewerten. Ist der eine Wirkstoff besser als der andere? Wirkstoffe sind eine der wichtigsten Waffen im Kampf um Absatz und Marktanteile.
• Über die vielen verschiedenen Bezeichnungen für Wirkstoffe ist kaum mehr auszumachen, dass sich fast alle wichtigen Anti-Falten-Wirkstoffe aus vier Hauptquellen speisen: Vitamine, Phytohormone, Polyphenole und Flavonoide. Das heißt: Ein Großteil dessen, was als spezifische „Anti-Aging-Power“ von Wirkstoffen beschrieben wird, steckt in natürlichen Zutaten wie Pflanzenölen und Pflanzenextrakten. Mehr noch: Jede pflanzliche Zutat ist für sich genommen ein regelrechter „Wirkstoff-Cocktail“.

 

Das Spektrum der Anti-Aging-Wirkstoffe

Kosmetikindustrie und chemische Industrie stecken alljährlich Milliarden in die Forschung und die Rohstoffentwicklung. Natürlich sollen sich diese Investitionen lohnen. Entsprechend agressiv ist oft das Marketing. Jünger aussehen – dieses Versprechen ist ein Köder, der gerne geschluckt wird. Die Bereitschaft, dafür viel Geld auszugeben, ist groß.

1. Effektive Hautschutz-Substanzen

Wenn von Anti-Aging die Rede ist, dann ist damit vor allem eines gemeint: Die Haut vor vorzeitigen Alterungsprozessen zu schützen, also alt machende Oxidationsprozesse zu verhindern. Dieses Ziel wird vor allem mit Klassikern unter den Kosmetikinhaltsstoffen erreicht: mit Vitaminen.
Antioxidantien verhindern licht- und sauerstoffbedingte Oxidationsprozesse. Sie verhindern also, dass Fette, die die Haut dringend benötigt, ranzig werden. Zur Bedeutung von Antioxidantien sagt der langjährige Beiersdorf-Entwicklungschef Dr. Klaus-Peter Wittern: »Wenn es gelingt, den Antioxidanzstatus in der Haut auf ein höheres Niveau zu bringen, dann erhöht sich die Verfügbarkeit der Lipide, die sonst wegoxidiert werden. Und das stärkt die hauteigenen Abwehr- und Balancekräfte.«
Da Antioxidantien wichtig sind, um Abbau- und Zerstörungsmechanismen entgegenzuwirken, wird ständig nach neuen Substanzen mit antioxidativer Wirkung gesucht. Die Forscher schauen dabei vor allem darauf, wie sich Pflanzen selbst vor Belastungen, beispielsweise durch UV-Licht, schützen.

In der Hauptsache werden an Antioxidantien eingesetzt:
• Vitamin A (Retinol): Vitamin A ist ein außerordentlich fragiler Stoff, denn reines Vitamin A zerfällt, sobald es mit Sauerstoff in Berührung kommt. Darum wird es in Kosmetika in der Regel als Palmitat eingesetzt, das erst in der Haut zu Vitamin A umgebaut wird.
• Vitamin C (Ascorbylpalmitate): Vitamin C bewahrt die Zellen vor Schädigungen durch Sonne, Autoabgase und Zigarettenqualm. Es ist ein entscheidender Schutz für die lebenswichtigen Abwehrzellen. Vitamin C ist aufgrund seiner starken antioxidativen Eigenschaften sehr instabil. Inzwischen ist es aber gelungen, stabileres Vitamin C als Kosmetik-Wirkstoff zu entwickeln.
• Vitamin E (Tocopherol): Mit Hinweisen auf Vitamin E wird gerne geworben, denn es ist ein wichtiger hautschützender Wirkstoff. Vitamin E wird, wenn es in der INCI-Liste als Tocopherol deklariert ist, vor allem als Antioxidanz zum Schutz des Produkts verwendet. Als Hautpflege-Wirkstoff wird das stabilere Tocopheryl Acetate (auch so deklariert) eingesetzt.
• Ein klassisches Hautschutzmittel gegen freie Radikale ist das Koenzym Q10 (Deklaration: Ubiquinone). Untersuchungen zeigen, dass es auch schon in geringer Dosierung recht wirksam ist.
• Auch Alpha-Liponsäure (Deklaration: Alpha Lipoic Acid) gehört zu den Antioxidantien.
• Polyphenole – dieses Wort findet sich in keiner INCI-Deklaration, wohl aber die Bezeichnung Camellia Sinensis Leaf Extract für Grüntee-Extrakt. Grüntee-Extrakt ist ­ – wie viele andere Pflanzenextrakte – reich an natürlichen Polyphenolen, die ein breites Wirkungsspektrum haben. Weitere hautschützende Wirkstoffe sind zum Beispiel:
• Aus Austernpilzen wird Betaglucan gewonnen. Auch dieser Wirkstoff soll oxidativem Stress entgegenwirken und die hauteigenen Widerstandskräfte stärken.
• Als hautschützende Substanzen kommen zum Beispiel auch Samphira (ein Extrakt aus Meerfenchel), Aspalathus Linearis Extract (aus Rooibos-Tee), Glycyrrhetinic Acid (aus der Süßholzwurzel), Andrographis Paniculata Leaf Extract (aus einer asiatischen Pflanze) oder Arganöl zum Einsatz.
• Zu den synthetisch hergestellten Wirkstoffen gegen oxidativen Stress gehört zum Beispiel ein synthetisches Peptid mit dem Handelsnamen „Quintescine TM“ (INCI: Water, Butylene Glycol, Dipeptide-4).

 

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Sekundäre Pflanzenwirkstoffe: Eine top Wirkstoffgruppe

Dass die Natur erstklassige Wirkstoffe wie Polyphenole und Flavonoide liefert, ist für die Naturkosmetik ein ganz besonderes „Geschenk“. Die positive Wirkung dieser sekundären Pflanzenwirkstoffe spielt auch in der Medizin eine große Rolle.

• Polyphenole wirken zum Beispiel als Schutz vor Infektionen (Preiselbeere), bei Herz-Kreislaufproblemen (Rotwein), zur Verbesserung der Durchblutung (Ginkgo) und sogar als Tumorhemmer (bei Leukämie, Lungen- oder Brustkrebs). Zu den tumorpräventiven Wirkstoffen gehören beispielsweise bestimmte Grünteesubstanzen oder das Hypericin aus dem Johanniskraut.
• Flavonoide entdeckte der Nobelpreisträger Szent-Györgyi Nagyrapolt in der 30er Jahren und nannte sie zumächst Vitamin P. Sie sind in vielen pflanzlichen Gewächsen und -Produkten wie Zitronen und Weintauben, Tee oder Kakao enthalten. Es gibt zahlreiche Studien, die die gesundheitsfördernde Wirkung von Flavonoiden belegen. Eine besonders gute Wirkung haben beispielsweise Flavonoide aus Äpfeln, Grünem Tee oder Heidelbeeren. Quercetin aus der Eiche hat eine ausgezeichnete antioxidative Wirkung.
• Grüner Tee, Lavendel, blaue Weintrauben, Mohn, Rose, Beeren, Stiefmütterchen – diese Pflanzen enthalten, wie zahlreiche andere, auch sogenannte Anthocycane (eine Untergruppe der Flavonoide). Da Anthocycane als Radikalenfänger sogar mehr leisten als die Vitamine C und E, sind sie ideale Mittel, um die Haut zu schützen und dadurch frisch und gesund zu erhalten.
• Gerbstoffe (Tannine) gehören ebenfalls zu den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Sie haben eine entündungshemmende, antioxidative und adstringierende Wirkung. Wegen ihres Beitrags zum Schutz und zur Gesundhaltung der Haut sind sie ausgezeichnete Anti-Aging-Wirkstoffe.

Wie wichtig der naturkosmetische Ansatz ist – statt isolierter Substanzen in erster Linie „komplette“ Natur einzusetzen –, zeigt sich auch und vor allem bei den sekundären Pflanzenwirkstoffen. Ein isolierter Wirkstoff ist ein „Solist“ und in der Wirkung nicht zu vergleichen mit der Gesamtwirkung, die aus dem Zusammenspiel der vielen, vielen Inhaltsstoffe eines kompletten Stücks Natur resultiert.

 
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Die Natur: Ein unerschöpfliches Reservoir

Hinter vielen Errungenschaften der modernen Anti-Aging-Pflege steht eine weltweite Neubesinnung auf die Naturheilkunde. Ob Ayurveda, chinesische Medizin, Thalasso- oder Phytotherapie – lange ignoriertes oder vergessenes Wissen über natürliche Substanzen wird »reaktiviert“ bzw. gibt den Anstoß zur Suche nach weiteren Wirkstoffen. Damit eine Substanz in Kosmetikprodukten eingesetzt werden kann, die nach Ecocert-, BDIH oder vergleichbaren Standards zertifiziert sind, muss sie nicht nur natürlichen Ursprungs sein, sondern allen Zertifizierungskriterien genügen.

• Naturkosmetik-konform ist zum Beispiel ein Wirkstoff mit dem Handelsnamen »Easyliance«. Deklariert wird er als Hydrolyzed Rhizobian Gum und Acacia Senegal gum. Das Biopolymer dieses Wirkstoffs (Hydrolyzed Rhizobian Gum) wird in der Natur von Mikroorganismen produziert, die im Wurzelwerk von Sonnenblumen leben. Acacia Gum ist eine getrocknete Substanz aus dem Stamm und den Ästen eines afrikanischen Baums.
• Der Hautschutz-Wirkstoff Tiliroside, ein natürliches Bioflavonoid, entspricht ebenfalls den Kriterien für zertifizierte Naturkosmetik.
• Das gleiche gilt für einen Apfelsamenextrakt, der als Substanz zur Minderung von Falten eingesetzt wird.
• »Emblica TM« ist ein Antioxidanz und zugleich ein hautaufhellender Wirkstoff. Er wird durch Wasserdampfdestillation aus den Früchten des Laubbaums Phyllanthus Emblica gewonnen (Deklaration: Phyllanthus Emblica Fruit Extract). Auch dieser Rohstoff ist rein pflanzlich und kann in zertifizierter Naturkosmetik eingesetzt werden. • Zu den neueren Wirkstoffen gehört auch ein Hydrogel dem Handelsnamen »PleraSan«. Dahinter steckt der Wirkstoff Beta-Glucan, der durch ein spezielles Herstellungsverfahren aus Austernpilzen gewonnen wird (Deklaration: Betaglucan).
• Ausgesprochen werbewirksam ist der Wirkstoffe Kaviar. Kaviarextrakt ist zum Beispiel Teil eines Kombi-Wirkstoff mit dem Handelsnamen »Marine Phosphorlipids D«. Zu deklarieren sind seine Bestandteile als Zea Mays (Corn) Oil, Polysorbate 60, Cholesterol und Salmon Eggs Extract. Da dieser Rohstoff mit Polysorbate 60 einen ethoxilierten Emulgator enthält, darf er in Naturkosmetik nicht eingesetzt werden.

 

2. Stimulation, Regeneration, Anti-Falten-Wirkung

© vloff - Fotolia.comWürden Anti-Aging-Produkte nur mit dem Argument „Schutz vor vorzeitiger Hautalterung“ verkauft, wären sie mit Sicherheit nicht so erfolgreich, wie sie es sind. Den Erfolg sichern andere Botschaften. Stimulieren, regenerieren, aktivieren – das sind Begriffe, die zum Kauf verleiten. Sie nähren die Hoffnung, das Rad der Zeit könne vielleicht doch zurückgedreht werden.

Hinter Begriffen wie stimulieren, regenerieren oder aktivieren stehen Wirkstoffe, die Ermüdungs- und Erschlaffungstendenzen entgegenwirken sollen. Dazu gehört auch das Gros der unter Punkt 1 genannten Substanzen.
• So soll Vitamin C die Kollagenbildung unterstützen und Q 10 dazu beitragen, die Energieproduktion der Hautzellen zu aktivieren.
• Ursolsäure, zum Beispiel in Rosmarin und Lavendel enthalten, soll den Zusammenhalt zwischen Unter- und Oberhaut verbessern.

Extrakte sind ein gutes Mittel, um den Feuchtigkeitshaushalt, die Straffheit und die Spannkraft zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel:
• Bambusextrakt – für einen besseren Hyaluronsäure-Status im Bindegewebe.
• Sojaextrakt – zur Unterstützung der Neubildungen von Zellen.
• Gingko-Extrakt – um die Sauerstoffversorgung der Zellen zu verbessern und die Kollagenproduktion anzuregen.
• Indische Myrrhe (Commiphora Mukul Resin Extract) – zur Stimulation wichtiger Zellfunktionen.
• Apfelsamenextrakt – um Falten durch eine Stärkung des Kollagen-Netzwerks zu mindern.
• Coffein – wegen seiner anregenden Wirkung.
• Zahlreiche Algenextrakte wie beispielsweise der Extrakt aus der blaugrünen Mikroalge Spirulina – zur Unterstützung der hauteigenen Regeneration, für ein strafferes Hautbild.
• Punica Granatum Seed Extract, ein Extrakt aus Granatapfelsamen – um die Hauterneuerung zu fördern, für mehr Spannkraft.
• Guavenextrakt (Psidium Guajava Extract) – als hautstraffender Feuchtigkeitsspender.
• Extrakt aus Birnenkernen (Pyrus Communis Seed Extract) – um das Mikrorelief der Haut zu glätten. Auch bei diesem Extrakt sind, wie bei anderen auch, Ursolsäure, Flavonoide und Phytosterole die relevanten Inhaltsstoffe.
• Ein Kombi-Wirkstoff aus Hydrolyzed Rhizobian Gum und Acacia Senegal Gum – um das Mikrorelief der Haut zu glätten und Falten zu reduzieren.
• Saccharomyces Lysate, aus Hefe gewonnen – um den Kollagenaufbau zu fördern.
• Zu den Antifalten-Wirkstoffen gehört auch Hibiskusprotein (Hydrolyzed Hibiscus Esculentus Extract).

 

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Im Trend: Gold und Silber

Der magischen Wirkung von Gold kann sich kaum jemand entziehen. Wer esoterische Literatur zu Rate zieht, wird ausgiebig in die Mysterien dieses Edelmetalls eingeweiht. Nun machen Gold und Silber auch in der Kosmetik – als Wirkstoffe für die reifere Haut – Karriere. Auch wenn manche Wirkbeschreibung mehr mystisch als von der Chemie inspiriert ist: Gold und Silber haben eine antibakterielle Wirkung und sollen dazu beitragen, die Haut vor oxidativem Stress und entzündlichen Prozessen zu schützen. Da Gold ein Mehrfaches seines Eigengewichts an Feuchtigkeit binden kann, wird es auch eingesetzt, um den Feuchtigkeitshaushalt der Haut zu verbessern.

 
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