Toppic
toppicbutton
 
1 1 1
 

INCI-SUCHE

 
1 1 1
1 1 1
 

Risikosubstanzen

 
1 1 1
1 1 1
 

Mögliche Fehler
(bei der INCI-Suche)

 
1 1 1

 

 
Die Konservierung
In konventionellen kosmetischen Produkten sind Parabene die meistverwendeten Konservierungsmittel. Sind sie auch die problematischsten? Welche Konservierung ist gut? Welche gesundheitlich bedenklich? Ich bewerte Parabene mit der Note „befriedigend”. Eine Reihe anderer Konservierungsmittel haben jedoch die schlechteren Noten „ausreichend”, „mangelhaft” und „ungenügend”. Diese Unterschiede machen deutlich: Es gibt Konservierungsmittel, die deutlich problematischer sind als Parabene. Und es gibt das Gegenteil: Konservierungen, die besser sind als solche mit Parabenen. Wie meine Produktanalysen zeigen, reicht das Spektrum der Möglichkeiten bei einer Konservierung von „sehr gut” bis bis zur schlechtesten Note „ungenügend”.
 

Die Konservierung: Eine schwierige Aufgabe, die ganz unterschiedlich gelöst wird
Jedes kosmetische Produkt muss mikrobiologisch stabil sein. Das heißt: Es dürfen sich auch nach dem Öffnen nur eine begrenzte Menge Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen oder Schimmel bilden. Ohne Wasser können solche Mikroorganismen nicht existieren. Da die meisten kosmetischen Produkte Wasser enthalten, müssen sie – auf die eine oder auf andere Weise – konserviert werden.
Greift man zur chemischen Keule, ist es überhaupt kein Problem, ein Produkt sicher zu konservieren. Mit Formaldehyd, einem der ersten Konservierungsstoffe, klappte das wunderbar. Formaldehyd ist schon in kleinen Dosierungen ungemein wirksam. Und höchst gefährlich, wie wir heute wissen. Inzwischen ist Formaldehyd als krebserregend eingestuft.
Unproblematische Konservierungsmittel, das weiß jeder kompetente Leiter einer Abteilung Forschung + Entwicklung, kann es nicht geben. Konservierungsmittel sollen  Mikroorganismen abtöten. Tun sie das, erfüllen sie ihren Zweck. Doch jedes Mittel, das Mikroorganismen abtötet, kann, wenn es nicht sorgfältig dosiert und umfassend auf unerwünschte Nebenwirkungen untersucht wird, auch hautbelastend oder sogar gesundheitsgefährdend sein.

 

Spezifisches Know-how: Das Konservierungskonzept von Naturkosmetik-Herstellern
Für die Pioniere der europäischen Naturkosmetik der 1960er und 1970er Jahre war die Konservierungsfrage die größte Herausforderung. Es kostete eine jahrelange Entwicklungsarbeit und viel Erfahrung, bis gute Ergebnisse zu verzeichnen waren und sogar Kosmetika ohne synthetische Konservierungsmittel entwickelt werden konnten.
Was getan werden muss, um die mikrobiologische Stabilität eines Produkts zu garantieren, hängt von einer Reihe von Faktoren ab: von der Produktrezeptur, von der Produktion und nicht zuletzt von der Art der Verpackung. Ohne synthetische Konservierungsmittel auszukommen, erfordert ein umfassendes Paket von Maßnahmen. Genau daran haben naturkosmetische Unternehmen über viele Jahre gearbeitet. Ihr System basiert vor allem darauf, ein Produkt so zu produzieren und zu verpacken, dass sich möglichst wenig Mikroorganismen entwickeln und beim Gebrauch in das Produkt gelangen. Je besser das gelingt, desto weniger Konservierung ist nötig bzw. desto sanfter kann die dann noch erforderlich Konservierung ausfallen.

 

Konservierungsmittel mit dem größten Gefährdungspotential
Welche Konservierungsmittel benutzt werden dürfen, ist in einem Anhang zur Kosmetikverordnung festgelegt. Diese Mittel über einen Kamm zu scheren, wäre fahrlässig, denn sie unterscheiden sich signifikant.
Wie und mit welchen Mitteln ein Hersteller ein Produkt konserviert, liegt allein in seiner Verantwortung. Es ist auch Sache des Herstellers sicherzustellen, dass keine unerwünschten Konservierungsmittel über vorkonservierte Rohstoffe, die man einkauft, eingeschleppt werden.
Hersteller haben die Wahl. In der Regel wird bei konventionellen Kosmetikprodukte ein Mix synthetischer Konservierungsmittel eingesetzt.

 

Das größte Gefährdungspotential haben Konservierungsmittel, die zu den halogenorganischen Verbindungen gehören.
Halogenierte Stoffe haben ein beträchtliches Allergiepotential, sind reaktiv und können sich, wenn sie ins Gewebe gelangen, zersetzen, anlagern und Schädigungen hervorrufen.
•   Da niemand genau weiß, wie es auf der Haut des einzelnen Benutzer aussieht, sind vor allem hochreaktive Stoffe ein Risiko. Sie können im Zusammenspiel mit anderen reaktiven Stoffen eine nicht abzuschätzende Wirkung entfalten. Genau diese Problematik, der sogenannte „Cocktaileffekt“, ist noch kaum untersucht.

 

Gefährdungspotential von Formaldehyd und Formaldehydabspaltern
Formaldehydabspalter wie zum Beispiel DMDM Hydantoin tauchten als Ersatzstoffe für Formaldehyd auf. Sie setzen unter bestimmten Umständen, z. B. bei längerem Kontakt mit Wasser, Formaldehyd frei.
Im Juni 2004 teilte die IACR (International Agency for Research on Cancer) mit, dass  26 Wissenschaftler aus 10 Ländern zu dem Schluss gekommen seien, Formaldehyd sei krebserregend für Menschen. Im Juni 2006 meldet das deutsche  Bundesinstitut für Risikobewertung: „Krebserregende Wirkung von eingeatmetem Formaldehyd hinreichend belegt”. Dem wurde bereits dadurch Rechnung getragen, dass Formaldehyd in Aerosolen  (Sprays) nicht mehr eingesetzt werden darf. Ansonsten ist Formaldehyd in Mundpflegemitteln bis 0,10% (1000 ppm), in anderen kosmetischen Produkten bis 0,20% (2000 ppm) erlaubt.
Unverzichtbar für die Industrie ist Formaldehyd noch immer in konventionellen Nagelhärtern. Da steht kein Mittel zur Verfügung, um ihn gleichwertig zu ersetzen.
Der deutsche IKW (Industrieverband Körperpflege und Waschmittel) ist alarmiert und bereitet seine Mitglieder auf eine mögliche Neueinstufung von Formaldehyd im Chemikalienrecht vor. Er stellt im Juni 2006 fest: „Sollte im Chemikalienrecht also eine Einstufung als Kat. 1- oder Kat. 2-Karzinogen erfolgen, so wird Formaldehyd formal für die
Kosmetik verboten werden. Es war aus den Vorträgen auch ersichtlich, dass
man von Seiten der Behörde derzeit bereit ist, einen Unterschied zwischen
Formaldehyd und den Formaldehydabspaltern zu machen, d.h. Abspalter wür-
den voraussichtlich nicht direkt von einer Regelung zu Formaldehyd erfasst.”

 

Wie problematisch sind Formaldehydabspalter?
Formaldehydabspalter werden, wie auch die Beispiele unten zeigen, als Konservierungsmittel in Kosmetikprodukten jeder Art eingesetzt. Sollen sie wie Formaldehyd pur behandelt werden oder nicht? Darüber streiten die Experten.
Formaldehydabspaltung kommt auch in der Natur vor. Bei gelagertem Fisch rührt Formaldehyd zum Beispiel aus der enzymatischen Abspaltung aus fischeigenem Trimethylaminoxid her. Bei manchem Gemüse wie Tomaten, Blumenkohl, grüne Zwiebeln, Spinat liegen die Formaldehydgehalte bei 3-60 ppm. Auf natürliche Weise kommt Formaldehyd auch in Obst (Trauben, Äpfeln, Birnen) oder Fisch vor. Welche Schlüsse sind daraus zu ziehen? Zur Gefährlichkeit von Formaldehyd liegen viele Daten vor. Aussagen zur Unbedenklichkeit von Formaldehyd durch Formaldehydabspaltung basieren weitgehend auf Ableitungen und Vermutungen.
Kein Verbraucher weiß, wenn er ein mit Formaldehydabspaltern konserviertes Produkt kauft, wieviel Formaldehyd es enthält. Nicht alle Formaldehydabspalter spalten gleich viel Formaldehyd ab. Bei dem einen ist es weniger, bei anderen mehr. Zigarettenrauch setzt zum Beispiel 57 bis 115 ppm Formaldehyd frei. Damit andere diesen Rauch nicht einatmen, gibt es einen Nichtraucherschutz. Und auf Zigarettenverpackungen wird vor gesundheitlichen Gefährdungen gewarnt. Zum Vergleich: In Mundpflegemitteln, die auch leicht mal verschluckt werden, ist Formaldehyd bis1000 ppm erlaubt, in anderen kosmetischen Produkten bis 2000 ppm. Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse zu purem Formaldehyd halte ich eine Pauschaleinschätzung wie „Formaldehydabspalter sind unbedenklich” für nicht vertretbar. Ist die in einem kosmetitschen Produkt enthaltene Dosis tatsächlich minimal (in der Größenordnung wie bei manchem Lebensmittel)? Oder ist sie höher? Der Verbraucher weiß nicht, mit welcher Menge Formaldehyd er es zu tun bekommt. Darum bewerte ich Formaldehydabspalter weiterhin mit der Note „ungenügend”.
Die Konservierung eines kosmetischen Produkts besteht nicht aus einem einzigen Konservierungsmittel, sondern aus  einem Mix. Halogenorganische Verbindungen bzw. Formaldehydabspalter gehören nach wie vor zum Standardrepertoire.

 

Zu den halogenorganischen Verbindungen bzw. zur Gruppe der Formaldehydabspalter gehören:

 

666 Iodopropynyl Buthylcarbamate
666 Chloroxylenol
666 Methylchloroisothiazolinone
666 Methyldibromo Glutaronitrile
666 Diazolidinyl Urea
666 Chlorphenesin
666 Methylisothiazolinone
666 Imidazolidinyl Urea
666 DMDM Hydantoin
666 MDM Hydantoin

 

Konservierung mit Parabenen
Ich habe mich in meinen Büchern auf den Standpunkt gestellt – und daran hat sich nichts geändert – dass sich Verbraucher im Zweifelsfall für die Sicherheit entscheiden sollten. Als 2004 eine Studie britischer Wissenschaftler Schlagzeilen machte und zu der Interpretation verleitete, dass ein Zusammenhang zwischen Parabenen in Deos und Brustkrebs besteht, war abzuklären, wie stichhaltig dieser Zusammenhang belegt ist.
Da ich mich an der Maxime „im Zweifel für die Sicherheit” orientiere, habe ich Parabene zeitweise mit der Note 4 (ausreichend) bewertet. Vorher hatten sie eine Note 3 (befriedigend). Warum eine Stufe schlechter? Weil Krebs-Zweifel im Raum standen. Es war abzuwägen, welches Gewicht diese Zweifel haben. Nach meiner Einschätzung war die britische Studie nicht geeignet, um einen Krebsverdacht zu begründen. Darum habe ich Parabene auch nicht mit einer Note 5 oder der Note 6 bewertet. Ausgeräumt waren die Zweifel aber auch noch nicht, darum die Note 4.
Diese Note sollte allerdings auf keinen Fall vergessen machen, dass Konservierungsmittel im Einsatz sind, bei denen das Gefährdungspotential höher und durch Untersuchungen belegt ist. Dazu gehören zum Beispiel Stoffe, die Proteine denaturieren.

 

Kein Zusammenhang zwischen Parabenen und Brustkrebs
In den Jahren 2004 bis 2006 hat sich das SCCP (Scientific Committee on Consumer products) der Europäischen Kommission intensiv mit Parabenen befasst. Was ist aus den Bedenken gegenüber Parabenen geworden? Das wichtigste Ergebnis: Der Verdacht Krebsgefahr kann nicht bestätigt werden. Die Autoren der britischen Studie (Darbre und Harvey) haben sich von dem Rückschluss, es bestehe ein Zusammenhang zwischen Parabenen und Brustkrebs, distanziert. Sie machten unmissverständlich deutlich, das aus ihrer Studie kein Zusammenhang zwischen Parabenen und Brustkrebs abzuleiten ist.
Andere Untersuchungen wie z. B. die des „Danish Institute of Food and Veterinary Research” kommen zu dem Ergebnis: Es besteht kein Zusammenhang zwischen Parabenen und Brustkrebs. Auch das deutsche „Institut für Risikobewertung” kommt zu diesem Schluss. Allergien können vorkommen, im Vergleich zu anderen Substanzen spielen Parabene bei der Allergiehäufigkeit jedoch eine untergeordnete Rolle.

 

Die Mühlen des SCCP mahlen sehr langsam
Ist das SCCP einmal aktiv geworden, kann es Jahre, gar Jahrzehnte dauern, bis die Prüfungen abgeschlossen sind. In Bezug auf Methyl- und Ethylparaben wurde jedoch 2005 eine Entscheidung getroffen. Danach gibt es keinen Grund, die bisherigen Regelungen zu diesen beiden Parabenen zu verändern.
In Bezug auf Propyl-, Isopropyl-, Butyl- und Isobutylparaben forderte dass SCCP weitere Daten an. Der Grund dafür war die Annahme, dass die Industrie über Daten verfügt, die bislang nicht vorgelegt wurden. Entschieden wurde 2006: Das bislang vorgelegte Datenmaterial (zum Beispiel zwei Studien auf der Basis von Tierversuchen) enthalte zu viele Mängel, um als wissenschaftlich gültig eingestuft zu werden.
Stimmt etwas nicht mit Propyl-, Isopropyl-, Butyl- und Isobutylparaben? Stimmt etwas nicht mit den Versuchen und ihrer Durchführung? Worum geht es überhaupt? Es geht nicht darum, konkrete Erkenntnisse zu einer möglichen Gefährdung durch diese Parabene zu bestätigen oder zu widerlegen. Solche Erkenntnisse liegen nicht vor.
Die Fragestellung des SCCP lautet: Soll die bisher erlaubte Maximalkonzentration bei diesen Parabenen beibehalten werden oder nicht. Darüber zu entscheiden, ist ein schwieriger Prozess. Aus der Tatsache, dass er sich lange hinzieht, sind noch keine oder kaum Schlüsse zu ziehen.
Ein zentrales Problem bei der Bewertung von Studien ist: Es gibt kein Material „aus einem Guss”. Die vorgelegten Studien kommen aus diversen Laboren und jede Studie ist eine Wissenschaft für sich. Sie untersucht z. B. mit anderen Methoden, Aufgabenstellungen, Versuchstieren, Dosierungen, mal mit dem einen, mal mit einem anderen Paraben usw. Die gewonnenen Daten können zumeist auf unterschiedlichste Weise interpretiert werden. Manche Studie wirft mehr Fragen auf als sie Antworten gibt. Zum Beispiel, weil Ergebnisse aus einer Studie Ergebnissen aus anderen Studien widersprechen. Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch chemische Prinzipien (wie zum Beispiel Proteindenaturierungen) sind bei den genannten Parabenen jedoch nicht ersichtlich.

 

Paracelsus ist nach wie vor die Leitlinie
Dass es auf die Dosis ankomme, wie es der berühmte Naturheilkundler Paracelsus formulierte, bestätigt sich immer wieder. Das gilt auch für alles, was wir als gut und gesund empfinden. Für Vitamine zum Beispiel. Essen wir ausgewogen, dann nehmen wir eine gesunde Menge Vitamine auf. Greifen wir zu Nahrungsergänzungsmitteln, vor allem zu hochdosierten, kann es sehr gefährlich werden. Vor allem bei Vitaminen, die im Körperfett gespeichert werden (wie Vitamin A). Eine ständige Überdosierung kann zu schweren Krankheiten wie Leberschäden und sogar zu einem erhöhten Krebsrisiko führen. Auch bei Vitaminen standen und stehen umfassende Untersuchungen auf der Tagesordnung, um festlegen zu können, welche Höchstmenge nicht überschritten werden sollte.
Parabene im Graubereich, auf dem Grat zwischen « Gut » und « Böse », einzustufen, heißt jedoch nicht, dass eine Konservierung mit Parabenen die bestmögliche ist. Es gibt Alternativen. So kommen viele zertifizierte Naturkosmetik-Produkte ohne jedes synthetische Konservierungsmittel aus.
Eine Konservierung mit Parabenen ist vor allem bei Marken zu beobachten, die sich einen natürlichen, pflanzlichen, « grünen Anstrich » geben, aber keine zertifizierte Bio-Kosmetik sind. Allerdings ist kein Verlass darauf, dass eine bestimmte Marke durchgängig auf Konservierungsmittel mit höherem Gefährdungspotential verzichtet. Was an Konservierung drin ist, zeigt nur der Blick auf die Inhaltsstoffe des konkreten Produkts.

 

Konservierung bei zertifizierter Bio-Kosmetik
Eines ist bei zertifizierter Bio- bzw. Naturkosmetik sicher: Keines der Produkte kann und darf ein Konservierungsmittel enthalten, das zu der oben umrissenen Gruppe der problematischsten Konservierungsmittel gehört.
In den jeweiligen Zertifizierungsrichtlinien ist festgeschrieben, welche konservierenden Mittel eingesetzt werden können. Das sind sogenannte „naturidentische” wie Benzoesäure, Salicylsäure oder Sorbinsäure. De facto handelt es sich auch bei diesen Konservierungsmitteln um synthetische, doch es sind die mildesten, die der Anhang zur Kosmetikverordnung enthält. Über welches Konservierungs-Know-how ein Kosmetikhersteller verfügt, hat viel mit Erfahrung und jahrelanger Entwicklungsarbeit zu tun.
•   Ein solides naturkosmetisches Konservierungssystem umfasst den gesamten Herstellungsprozess – von der Komposition der Produktrezeptur über die Produktion bis zur Abfüllung in adäquate Behältnisse wie Tube oder Pumpzerstäuber. Also in Behältnisse die sicherstellen, dass bei der Entnahme möglichst wenige Keime in das Produkt gelangen.

 

„Frei von synthetischen Konservierungsmitteln”: Wie ist das möglich?
Auch bei zertifizierter Natur- und Biokosmetik sind Produkte auf unterschiedliche Weise konserviert.
•   Möglichkeit 1: Das Produkt enthält Konservierungsmittel aus dem Kanon der für Natur- und Biokosmetik erlaubten Mittel wie Benzyl Alcohol, Potassium Sorbate oder Benzyl Salicylate.
Wird eines der erlaubten Mittel eingesetzt, muss bei Produkten mit einer BDIH-Zertifizierung ein ‘konserviert mit … [Name des Konservierungsmittels] hinzugefügt werden. Bei Produkten, die nach dem französischen System Ecocert/Cosmebio zertifiziert sind, ist das nicht erforderlich.
•   Möglichkeit 2: Es wird auch keines der für Natur- und Biokosmetik erlaubten Mittel eingesetzt. Dann kann das Produkt als „frei von synthetischen Konservierungsmitteln” bezeichnet werden.
Die Frage, wie eine Konservierung ohne synthetische Konservierungsmittel möglich ist, wird oft gestellt. Möglich ist das bei einem entsprechenden Zusammenspiel aller Faktoren – Produktkonzeption, Qualität der Rohstoffe, Herstellung, Abfüllung in adäquate Behältnisse und unter besonders sterilen Bedingungen, zum Beispiel unter Zuführung von Reinstluft. Wird auf sämtliche synthetische Konservierungsmittel verzichtet, ist die Produktrezeptur in der Regel so konzipiert, dass sie Inhaltsstoffe enthält, die einen konservierenden Zusatznutzen haben wie Alkohol oder ätherische Öle.

 

Vorsprung durch Forschung & Erfahrung
Der große Erfolg des Natur- und Biokosmetik lockt weltweit zahlreiche Kosmetikherstellern auf den Plan, die davon profitieren möchten. Das Spektrum der Anbieter, die inzwischen den Naturkosmetikmarkt bevölkern, reicht von Unternehmen, die seit Jahrzehnten am Markt sind, über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung wie auch über ihre eigene Produktion verfügen bis zu Marken, die eher Marketingagenturen ähneln, die ihre Produkte extern entwickeln lassen und auch nicht selber produzieren.
Wer ein ausgereiftes, modernes, umfassendes Sortiment kosmetischer Produkte anbieten möchte, kommt gerade bei der Konservierung nicht ohne umfassendes Know-how aus. Nicht wenige scheitern daran und erreichen darum auch keine Zertifizierung ihrer Produkte. Hersteller kosmetischer Rohstoffe bieten weltweit zwar immer wieder Neues an, aber gerade neue Konservierungsmittel sind mit größter Vorsicht zu genießen.
Das „Wundermittel”, mit dem eine sichere, sanfte Konservierung hinzubekommen ist, gibt es nicht. Schon so manches Mittel, das scheinbar alle Konservierungsprobleme auf natürlichem Wege löst, hat sich bei genaueren Tests als problematisch bis gefährlich erwiesen. Angaben von Rohstoffherstellern zu vertrauen, kann, wie die Erfahrung gezeigt hat, äußerst riskant sein.
Seriöse Unternehmen haben aus diesem Grund eine Reihe von Instrumentarien entwickelt,  um Rohstoffe im Vorfeld abzuklären. Die entscheidende Instanz ist die Erfahrung und Qualität der Abteilung Forschung + Entwicklung. Selbst wenn viel im Vorfeld getan wurde: Gerade neue Konservierungsmittel müssen vor dem Einsatz in Testreihen gründlich auf Herz und Nieren geprüft werden. Erfahrung kommt vor allem dann ins Spiel, wenn Werte Kopfzerbrechen bereiten. Zweifel müssen ausgeräumt werden. Wenn nötig durch umfangreiche chemische Analysen, um der wahren Natur des Stoffs auf die Spur zu kommen.

 

 

 

 

 

 

www.Kosmetik-Check.de Die Seite zur kostenlosen Kosmetik-Analyse © Copyright 2012 RS-Media UG (Limited)